Sagen vom grünen See 2
In der Mitte des grünen Sees liegt auf seinem Grunde ein Schatz von Perlen und Edelsteinen. Den hat dort die Tochter eines Edeln von Aigremont versenkt, als ihr Vater in einer Fehde mit den Wallisern begriffen war, und sie einen Überfall befürchtete. Später, als der Streit ausgeglichen war, fand sie den Schatz nimmer wieder.
Jetzt sieht man sie, besonders wenn der Mond das Tal mit seinem Silberlichte füllt, an den Ufern des Sees im Schatten daher schleichen. Man sagt, dies geschähe, um zu verhüten, dass der dort verborgene Schatz nicht in die Hände eines vorwitzigen Suchers fällt.
C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen., Leipzig 1854.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.