Toggelli -Torenmann
Vor der weissgekalkten Grundmauer des alten Holzhauses mit dem Schwardach und den hell in der Sonne blinkenden Fenstern ist ein Streifchen feiner, trockener und warmer Erde. Darin hat der Hosenstungg Hansel kleine zierliche Trichterchen entdeckt. Mit einem Hölzchen stochert er nun, leicht dem Rande nachfahrend, darin herum und singt ein eintöniges Zaubersprüchlein:
„Toggelli, Toggelli, Torenman,
Gimmer, was-i virloren han,
Sust legen der e g’fiirigi, g’fiirigi Chetti an!“
Das hat der Bub von seinen ältern Kameraden gelernt. Wenn ein Körnchen der feinen Erde auf den Grund des Löchleins rieselt, dann spritzt der verborgene Ameisenlöwe, das Toggelli, einen ganzen Strahl davon den Trichter herauf, und das ist lustig!
Quelle: Albert Streich, Brienzer Sagen, Interlaken 1938.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch