Die Russkatz
In der Russdiele, dem niederen Raum unmittelbar unter dem Dach, gegen die Küche zu meistens offen, und von dieser her vom Russ geschwärzt, hauste die Russkatz. Sie war bedeutend grösser als die gewöhnlichen Hauskatzen, brandkohlerdenschwarz und hatte feurige Augen, die gar unheimlich aus dem Dunkel der Russdiele hervorzündeten. Kinder, die nicht ins Bett wollten, kam sie kratzen, nahm sie mit sich oder tat ihnen zumindest etwas zuleide, wenn sie sich im Bett nicht stille verhielten. „Los, mi g’heerd d’Ruesschatz! Folg etz, häb-di still, sust g’heerd und nimmd-di de d’ Ruesschatz!“
Quelle: Albert Streich, Brienzer Sagen, Interlaken 1938.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch