Wie ein Schwick
Die Familie eines Bergbäuerleins sass in der Küche am Schragentisch beim Mittagessen. Wie die Leute so ahnungs- und wortlos die Suppe schlürfen, geht plötzlich, wie von Geisterhand aufgeknallt, die Küchentüre jäh auf, fährt ein Sausen und Fauchen herein, übertönt wie von menschlichem Gewimmer, und verschwindet rasch wie ein Schwick wieder zum Türloch hinaus. Im selben Augenblick fällt ein Fleischstecken aus dem offenen Kamin herunter. Am Abend darauf, als die Bäuerin dem Schwein das Fressen brachte, lag dieses tot im Stalle, auf der einen Seite war es ganz blau wie von einem heftigen Schlag.
Quelle: Albert Streich, Brienzer Sagen, Interlaken 1938.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch