Mit einem Rütlein
Ein um sein krankes Kind bekümmerter Männdel aus dem Chriesviertel erhielt von der Spiezwilerfrau die Weisung, mit einem Rütlein tüchtig auf die Bettdecke des Kindes zu klopfen; die Person, die dem Kleinen etwas „angetan“ habe, werde sich dann zum Besuche melden, aber er solle sie ja nicht zum Kinde herein lassen.
Als der Mann nach Hause kam, schnitt er sich das Rütlein und fitzte damit des Kindes Bettdeckeli nach Kräften, wie ihm geheissen. Auf einmal klopfte es heftig an der Stubentüre, als hätte es jemand sehr eilig, eingelassen zu werden. Es ging aber niemand nachsehen. Von da an ward das Kind gesund.
Quelle: Albert Streich, Brienzer Sagen, Interlaken 1938.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch