Die Seebachzwerge
Im Simmental wütete von Zeit zu Zeit der schwarze Tod und raffte manchmal mehr als die Hälfte der Talleute dahin.
Da glaubten die Lenker, die Zwerge seien schuld daran, die flink und zauberhaft ihr sonderbares Wesen trieben. Die Bauern bewaffneten sich, machten sich auf und wollten die noch übrig lebenden Zwerge vernichten.
In den Flühen sahen sie fünf Zwerglein arglos Holz zusammentragen, stürzten sich auf sie, hieben sie und warfen alle in den vorbeifliessenden Seebach hinunter.
Seitdem war das Seebachwasser nie mehr klar, und heute noch, wenn die andern Bäche milchweiss niederschäumen, rinnt es trüb und traurig in die Tiefe.
Quelle: Georg Küffer, Lenker Sagen. Frauenfeld 1916. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch