Hans am Sand
Hans am Sand, Siegrist zu Hasle im Berner Oberland, wollte nicht reformiert werden. Er schrieb an die dortige Kirchentüre:
"Hans am Sand bin ich genannt,
Zu Hasle ist mein Vaterland,
Den katholisch Glauben ich wohl betracht’,
Kein andrer ist, der selig macht,
Ich glaube an Gott und Mariä,
Es wird die Hasle Burä nu griwä"
und flüchtete sich nach Obwalden. Bisweilen ging er nachts heimlich in seinen Heimatsort zurück, blieb dort einige Tage versteckt, bestärkte jedesmal die Seinigen im katholischen Glauben und kehrte in der nächsten Nacht nach Obwalden zurück. Aber er wurde verraten. Spione wurden aufgestellt, um anzuzeigen, wann er heimlich in seinem Hause zu Hasle sei, und als dies einst so angezeigt wurde, wurde ein Henker beordnet, ihn zu töten. Der tat es mit seinen Knechten auf der Landstrasse. Sands abgeschlagenes Haupt steckte man auf dem Brünig auf einen Spiess. Die Obwaldner nahmen das Haupt weg, trugen selbes in die Kirche nach Sächseln, wo es noch heute in der dortigen Sakristei zu sehen ist. Stattdessen steckten sie auf den Spiess am Brünig einen Katzenkopf.
Quelle: Hermann Hartmann, Sagen aus dem Berner Oberland. Nach schriftlichen und mündlichen Quellen, Interlaken 1910. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.