Der Fuchs und das Eichhörnchen
Ein Fuchs und ein Eichhörnchen gingen einmal durch einen Wald. Unterwegs fragte der Fuchs das Eichhörnchen: «Wieviele Tricke kennst du?» Das Eichhörnchen antwortete: «Ich kenne nur einen.» Wütend gab der Fuchs zurück: «Ich fresse dich, wenn du nicht sagst, wieviele Tricke du wirklich kennst. Ich kenne sieben.»
Später kamen sie zu einer Hütte, sie traten ein und schauten, wie sie in den Keller hinunterkämen. Das Eichhörnchen zwängte sich durch ein Loch unter der Kellertüre hindurch, doch der Fuchs hatte Mühe, ihm zu folgen. Das Eichhörnchen rief ihm zu: «Bleib nur! Ich muss zuerst den Dreck obendrauf wegblasen!» Ganz schnell ass es den Rahm oben auf der Milch weg, und erst dann rief es den Fuchs zum Trinken herein. Der Fuchs trank gierig die abgerahmte Milch, so dass er aufschwoll und nicht mehr zum Loch herauskonnte. Das Eichhörnchen schlüpfte ganz leicht aus dem Keller heraus und schrie dann durchs Loch: «Komm heraus, du Fuchs mit den sieben Tricken!» Als der Bauer kam, schlug er den Fuchs tot.
Aus: Die drei Winde, Rätoromanische Märchen aus der Surselva, Caspar Decurtins/Ursula Brunold-Bigler, Desertina Verlag, Chur 2002. © Ursula Brunold-Bigler.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch