Der Schneggliberg
Ein Knabe hatte seinem Vater, der im Heimsten bei Oberdorf arbeitete, das Zoben gebracht. Auf dem Heimwege sah er im Heimsten- und im Weigischbächlein im klaren Wasser viele der kleinen, spitzen Wasser- schnecklein. Nach Bubenart suchte er sich so viele als möglich zusammen und füllte seine Hosentaschen damit. Kaum aber wollte er sich wieder auf den Weg machen, als ihn eine fremde Frau anhielt und die kleinen Schnecklein verlangte. Und da er nicht alle hergeben wollte, ging sie ein Stück Weges mit ihm und liess nicht ab, bis er das letzte aus seinem Sacke geklaubt hatte. Wie die Frau aber alle Schnecklein hatte, verschwand sie, wie sie gekommen war. Der Bube aber kam bleich und verstört heim und war lange Zeit nicht mehr zu bewegen, wieder nach dem Heimsten zu gehen.
Jenen Teil des Leisenberges heisst man seit dieser Zeit den «Schneggliberg».
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch