Das Raubritterschlösschen auf dem Zunzger Hügel
Auf dem weithin sichtbaren Zunzgerhügel soll vor Zeiten ein Raubritterschlösslein gestanden haben, von dem aus die Bewohner beständig Ausschau hielten nach dem Ergolztal. Sahen sie in der Gegend von Sissach Kaufmannsfuhren talaufwärts fahren, so griffen sie zu ihren Waffen und schwangen sich auf die Pferde. Sie ritten aber nicht talauswärts, sondern über die Hochebene von Wittinsburg ins Homburgertal hinüber. In aller Eile suchten sie noch die Homburg zu erreichen, bevor die Reisenden ihrer ansichtig werden konnten. Dort alarmierten sie ihre befreundeten Gesinnungsgenossen, die sich nun gleichfalls in die Rüstung warfen. Gemeinsam lauerten sie darauf in sicherem Versteck neben der Strasse den ahnungslosen Kaufleuten auf, um sie nach Raubritterart zu überfallen und auszuplündern. So diente das kleine Schlösslein auf dem Zunzgerhügel der Homburg als wichtiges Vorwerk.
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch