Der Schatzgräber in der Muttenzer Hard
Ein Mann mit einem Stelzfuss «Stülzenniggi» genannt, begab sich in den Hardwald, um nach einem Schatz zu graben. Es war ihm bekannt, dass man bei dieser Verrichtung kein Sterbenswort verlauten lassen durfte. Schon war er nach ausgiebigem Graben auf eine eiserne Kiste gestossen. Da kam Einer auf einem grossen Hahn geritten und fragte ihn, was er da mache. Er gab ihm indessen keine Antwort. Darauf verschwand der Hahn mit dem Reiter. Nach einiger Zeit erschien wieder ein Unbekannter, der auf einer grossen Schnecke ritt. Auch ihm gab der Schatzgräber keinen Bescheid. Da rief der Schneckenreiter aus: «Nun denn, wenn du nichts sagst, so reit ich weiter; ich werde den andern auf seinem Hahn bald eingeholt haben.» Da musste der Schatzgräber lachen. «Du dummer Teufel,» rief er aus, «der du dir einbildest, mit deinem Schneckentier den Gockelreiter einholen zu können.» Kaum waren ihm die Worte entfahren, war auch schon die beinahe gehobene Kiste mit Gepolter in der Tiefe verschwunden.
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch