Der Sunntigsfrävler z’Brätzbel
Mer hei öppis Ungrads gha. D Mueter schickt mi am e Sunntig z’mittag ufs Asp use go Choschtets ( Thymian) sueche. Uf eimol gköre-n-i öppe 100 Meter oben an mer, z’unterscht in de Brangfohre, haue, wie wenn me Holz abmacht. Z’erscht ha-n-i gmeint , i heig mi tüscht, es würde Buebe sy, wo mit Stäcke an e Stamm schleue; ha aber dernoh ganz dütlig gkört, wie’s macht, wenn si-e-n-Achs bim Haue im Chlaffe-n-ychlemmt. «Du wit doch wüsse, wär das isch,» ha-n-i dänkt und laufe dergege-n-yne. Jetz het das Haue-n-ufghört, fot aber e Stück wyter obe wieder a. E so isch’s wyter gange, bis uf e Brangchopf ufe, ohni ass i dä Frävler emol in d’Auge-n-übercho hät. Undereinisch fot der Wind afo rusche und chute, es isch mer gsi, es wärd dunkler; i springe durab und gseh, wie’s chohleschwarz chunnt hindevüre. Es het afe grossi Tröpf ge; i springe was i vermag, aber jetz fot’s afo schütte, wie wenn me Chübel an Chübel usleerti; ’s Wasser lauft mer enandernoh in d’Schueh abe und abküehlt het’s mi, ass i gmeint ha, i chöm der Ote nimme-n-über. Wo-n-i hei cho bi, het’s gheisse, das syg halt der Sunntigsfrävler gsi; dä heig me früecher mängisch gkört.
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch