Der Hangelibueb
Auf der Höhe des Dielenberges, wo die drei Gemeindebänne Bennwil, Oberdorf und Niederdorf zusammenstossen, soll es nicht ganz geheuer sein. Steht eine Wetteränderung bevor, so hört man dort oben jauchzen. Die Leute pflegen dann zu sagen: «Der Hangelibueb juchzget wieder, ’s git ander Wätter.» Mit dem Hangelibueb verhält es sich so:
Vor Zeiten lebte ein roher, gottloser Geissbub, der sich über alles lustig machte, Ziegen und Kinder quälte. Jedermann prophezeite ihm ein böses Ende. Die Leute bekamen recht. An einem Morgen fand man den Hirten, der sich in der Nähe der Hangelifluh an seiner Peitschenschnur erhängt hatte. Von da an war es unheimlich an jenem Orte. Oftmals wurden nächtliche Wanderer, die um Mitternacht dort oben vorbeikamen, von dem Hangelibueb mit schrecklichem, wildem Peitschenknallen verfolgt. In zwei Fällen rannten sich also Geängstigte zu Tode.
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch