Der Bachpfattli
Aus dem Ergolztal herauf nähert sich manchmal ein grosser Hund den ersten Häusern des Dorfes Oltingen, Bachpfattli geheissen. Wer ihn sah, bekam einen geschwollenen Kopf «as wie-n-es Viertel» (Kornmass).
In Bennwil kam ein gleich benanntes Tier von der Grösse eines Rindes vom Rehhag her und trottete den Walibach herunter. Von weit her konnte man das unheimliche Platschen hören. Zuweilen soll der Bachpfattli auch seinen Weg durchs Diegtertal genommen haben.
Auch Hemmiken kennt seinen Bachpfattli. Wer in der Geisterstunde am Bache beim Grauenstein vorbeigehe, sehe ihn und werde von ihm ins Wasser gezogen. Einmal hörte auch ein heimkehrender Ormalinger das Plätschern des vermeintlichen Untiers. Ohne Furcht näherte er sich mit einem Lichte, um der Sache auf den Grund zu gehen. Was sah er da? Ein Zweiglein eines niederhängenden Strauches, das vom Wasser mitgerissen wurde und wieder zurückschnellte, verursachte diesen Lärm. Hier war es nichts mit dem gefürchteten Bachpfattli.
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch