Der sonderbare Begleiter
Es war während des Heuets im «Wald», am Fusse des Rehhags, etwa eine Stunde von Oberdorf entfernt. Eine Tochter hatte ihrem Vater das Mittagessen gebracht und kehrte wieder nach Hause, zum Posamentstuhl zurück. Von den Waldmatten kann man den Weg zum Dorfe auf eine weite Strecke überblicken und so sah der Vater seiner gut gewachsenen Tochter nach. Als sie aus Rufweite war, gesellte sich ein Mann in weissen Hemdsärmeln zu ihr und schritt mit ihr des Weges, solange sie der Vater sehen konnte. Der machte sich seine Gedanken darüber und fragte die Tochter am Abend nach ihrem Begleiter. Diese aber war nicht wenig darüber erstaunt, dass jemand sie begleitet haben sollte, und konnte nicht genug versichern, sie sei den ganzen Weg allein gegangen, diese und jene Leute seien ihr begegnet und er möge sie fragen, ob es sich nicht so verhalte.
Der Unbekannte in den weissen Hemdsärmeln kommt auch in anderen Sagen vor, die in der Umgegend erzählt werden.
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch