Die Quadersteine von der Voregg
Als das Hofgut Voregg (an der Strasse von Sissach nach Wintersingen) gebaut werden sollte, fehlte es an guten Mauersteinen. Zwar gab es in Sissach mehrere Steinbrüche, doch lagen sie alle zu weit entfernt. In ihrer Verlegenheit wandten sich die Bauleute an eine Hellseherin und baten sie, ihnen in der Nähe des Bauplatzes eine Stelle zu bezeichnen, wo sie nach Steinen graben konnten. Nach kurzem Besinnen riet die weise Frau, in einem Wäldchen des Alptales, oberhalb der «kleinen Alp», zu suchen; denn dort gäbe es Steine im Überfluss. Dieser Rat wurde befolgt, und wirklich kamen bald die schönsten behauenen Sandsteine zum Vorschein. Der Bau konnte deshalb rasch vonstatten gehen. Einige der gefundenen Steine wurden als Ecksteine verwendet und sind noch heute am Wohnhaus der Voregg zu sehen.
Die Hellseherin sagte ferner aus, dass an der Fundstelle ein goldener Götze verborgen liege. Es sei ein Leichtes, ihn zu heben. Nur müsse eine Pfingstnacht abgewartet werden, da der Vollmond scheine. Leider soll Pfingsten nur alle vierhundert Jahre auf den Tag des Vollmondes fallen und so wartet der wertvolle Gegenstand noch immer auf den glücklichen Finder.
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch