Der leibeigene Baselbieter
Ein Posamenter aus dem Homburgertal musste einmal in Basel auf den Empfang einer Rechnung Seide warten und spazierte während dieser Zeit in der Stadt herum. So geriet er in den Laden eines Hutmachers und sah diesem bei der Arbeit zu. Der Hutmacher begann ein Gespräch und erinnerte den Posamenter daran, dass er eigentlich sein Leibeigener sei. Dieser, ein etwas einfältiger Mann, fragte aber: «Jä, was isch das, e Lybeigene?» Darauf explizierte der Hutmacher: «Loset, i will der Fall setze, mer wirde-n-e Rais mache mitenander und es frierti mi an d’Fiess, so kennti eich der Lyb uffschnyde und d’Fiess drinne werme.» Der Posamenter aber meinte: «Jo, wenn di liess!» «Jä, was wete-n-er mache?», fragte mehrere Male der gnädige Stadtbürger und rückte seinem Untertanen immer näher auf den
Leib. Dieser zog sich bis an die Türe zurück und sagte endlich: «I miech numme-n-eso!», gab dem Hutmacher mit der Faust einen Stoss unter das Kinn, dass er wie ein Hühnlein in eine Ecke fiel und lief so schnell er konnte, davon.
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch