Der tolle Friedli von Lupsingen
Der tolle Friedli hatte immer etwa Reibereien und kleinere Händel, weshalb er sich oft auf dem Schloss Waldenburg zu verantworten hatte. Nun gehörte bei ihm auch der Landvogt zu den Leuten, auf die er einen Groll hatte. Als ihm einst zu Ohren kam, der Landvogt habe ihn in Waldenburg im Beisein anderer einen Flegel gescholten, sagte er: «Wenn ich ein Flegel bin, so ist der Herr Landvogt ein Kornhammer», was wiederum ein Verhör nach sich zog. Der Vogt liess ihm durch den Profossen eine Tracht Prügel aufmessen. Der Weg vom Verhörzimmer führte Friedli durch die Küche, wo er im Vorbeigehen einen grossen Schinken bemerkte, den er rasch unter seinen weissen Zwilchrock steckte, worauf er geduckt den Berg hinuntertrippelte. Da rief ihm der Vogt aus dem Fenster nach: «Gelt, Friedli, jetzt habt ihr euren Teil?» — «Jo, Herr Landvogt, i ha wenigschtens 14 Tag z’ässe dra.»
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch