Vun enem wiissen Gemschi
Äs ischd ingäänds Winters gsiin, Schnee über all Bärga inha und rächt chalts Wätter. Döö wän e Jeger z'Jag; är ischd gägen Engschtlen hinderhi; aber dr ganz gschlage Tag hed er niid uberchun; im Vernachten ischd er am Engschtlesee verbii und hed zen Hitte-w-wellen; dr See ischd gfrorna gsiin. Döö gseed er uf em Iisch es wiisses Gemschi; är bsinnd si nid lang, scheessd uf is und hed's bbräichd. Derna hed er's a-r-Rigg gnun und ischd mid im gägen Hitten. Ds Gweer hed er in es Egg gstelld, ds Gemschi an e-r-Rafen ob dr Fiirgrööben üüfghäichd, und derna hed er afa Spääna machen und hed welle fiiren. Iwwäreddäm ghiid ds Gemschi abba i d'Fiirgrööben; är hed's gnun und umhi üüfighäichd. Är ergriifd ds Wallschiid und wolld's i d'Müür töön; döö ghiid ds Gemschi umhi inha i d'Fiirgrööben; är nimmd's zem andrem Mal und häichd's umhi a-r-Rafen. Aber wan er hed ds Schali wellen a-w-Wallhaaggen häichen, ischd ds Gemschi no äis chun inhazghijen. Fascht toibläiggi hed er's umhi wellen üüfiliften, döö säid ds Gemschi: „Jetz choischd mi de-l-laa siin!"
Melchior Sooder: Zelleni us em Haslital. Märchen, Sagen und Schwänke der Hasler aus mündlicher Überlieferung. Basel 1943.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.