Bläiti Nidla
Eis ischd e Schuemacher uf dr Stöör gsiin. All Tag ischd bläiti Nidla uf e Tisch chon. Aber im Weidli ischd nummen es einzigs Chueli glüffen.
Es Tags hed d'Froww den Ankachübel gnon und hed afan anknen. Derna isch schi ufgstanden und uusi. De Schuemacher hed's gwundred, was im Chübel siigi und hed gschwind ds Dechelli abglüfted, und - nüüd, nüd es Tröpfelli Nidla ischd im Chübel gsiin, bloss e Wäschhudel, e gwöönliga, nüüdrazega Wäschhudel; är hed ne gfingred ung gschowwed; aber in allem ghöörd er Tritta, und in dr Angscht leid er den Hudel hindren Hosbalken.
D'Froww ischd umhi chon und hed wiiter am Stab zogen ung gstossen; aber du isch'sch nüd lang ggangen, rünnd dem Schuemacher d'Nidla z'beedna Siiten hindrem Hosbalken uf d'Hoosi uusa.
Melchior Sooder: Zelleni us em Haslital. Märchen, Sagen und Schwänke der Hasler aus mündlicher Überlieferung, Basel 1943.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch