Die Lawine
Einst, es muss am Ende des letzten Jahrhunderts gewesen sein, verwüstete eine Lawine in Grengiols einige Häuser. Auch Menschen blieben im kalten Grab.
Der Pfarrer Bittel wirkte damals als Geistlicher in Binn. Ohne dass ihm jemand etwas gemeldet hätte, kam er in der Nacht auf die Unglücksstätte, und am Morgen um ein Uhr stand er auf der Lawine. Da war noch ein Kind verschüttet. Er zeigte den Leuten eine Stelle auf dem Schnee und befahl, dort zu graben, da sei das Kind, es lebe noch. Tatsächlich fand man es bald darauf noch ganz gesund. Ich kannte später diese Frau, die da als Kind aus dieser Lawine befreit worden war.
GRENGIOLS
Quelle: Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Josef Guntern, Olten 1963, © Erbengemeinschaft Josef Guntern.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch