Ein Geist betet den Rosenkranz
Wer von Grossdietwil nach Eppenwiler geht, kommt zur Schartenhöhle. Dort steht ein altes Haus, eines der ältesten auf Stalden. Die Bewohner desselben hörten einst im Winter beim Beten des Nachtrosenkranzes mehreremale, dass jemand vor dem Haus mitbete. Beim Nachsehen bemerkten sie aber niemanden. Einmal, als sie den Mitbeter wieder hörten, hiessen sie ihn hereinkommen. - Die Türe ging auf, aber sie sahen nichts, nur hörten sie neben ihnen mitbeten. Sie holten den Pfarrer und der sagte, er wolle den Geist, der bald erlöst sei, mitnehmen. Und wirklich, von jener Zeit an hörten sie ihn nicht mehr.
Quelle: Alois Lütolf, Sagen, Bräuche, Legenden aus den fünf Orten Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug, Luzern 1865. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch.