Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Teufel verheisst Schuhe

Land: Schweiz
Kanton: Luzern
Kategorie: Schwank

a) Alle Kunstgriffe hatte der Unterhauser verschwendet, um zwischen einem rechtschaffenen Ehepaar Händel zu stiften. Endlich klagte er seine Not einem schlimmen Weibe. Das lachte den Teufel aus und tat gross damit, dass sie keinen vergeblichen Versuch machen würde. Er versprach ihr zum Lohn ein Paar neue Schuhe, wenn es ihr gelinge. Mit Verdächtigen und Verläumden bald beim Mann, bald bei der Frau, richtete das böse Weib wirklich die beiden in nicht allzulanger Frist hinter einander. Der Teufel liess die Schuhe machen und überraschte die Schlimme damit eines Tages, als sie gerade an einem Bache Windeln reinigte. Er stand am andern Borde und hielt ihr die Schuhe zusammengebunden an einem Räspi (Aestlein) hinüber. Gefragt, warum er 's so mache, sagte der Teufel: „Du könntest mich verführen, denn du bist schlimmer als ich."

 

Quelle: Alois Lütolf, Sagen, Bräuche, Legenden aus den fünf Orten Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug, Luzern 1865. Bei dieser Sage gibt es keine genaue Zuordnung zu einem der fünf Kantone. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch.