Der Teufel und der Kirchenbau
Noch im letzten Augenblick wollte der Teufel verhindern, dass in Unterbäch ein geweihtes Gotteshaus entstehe. Als es hiess, der Bischof werde die Kirche einsegnen, lauerte ihm der Teufel in Turtig auf. Er wartete umsonst, denn der Gnädige Herr wählte den Weg über Eischoll und weiht die Kirche ordnungsgemäss ein.
Dem Teufel schien das im Turtig doch verdächtig, und er wollte in Unterbäch selbst nachschauen, ob der Gnädige Herr wirklich noch nicht angekommen sei. Aber er schritt schon an der Spitze einer Prozession um die Kirche, dass der Teufel wild schrie: «Jetzt geht der im roten Käppi schon um und um, jetzt kann ich nichts mehr machen!» In drei Sprüngen war der Teufel wieder unten in Raron. Einen Tritt sieht man noch bei der Kapelle, wo der Teufelsstein liegt, mit der Tatze des Teufels drauf.
UNTERBÄCH
Quelle: Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Josef Guntern, Olten 1963, © Erbengemeinschaft Josef Guntern.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch