Der säumige Fuhrmann
Der Grossvater erzählte oftmals, ein Mann sei in Jeizinen am Sterben gewesen. Ein Fuhrmann sollte in Leuk den Geistlichen holen. Er beeilte sich aber gar nicht sehr und brauchte viel Zeit, bis er nur das Pferd angeschirrt hatte.
Als dann der Pfarrer und der Fuhrmann auf dem Wege nach Jeizinen waren, liess der Pfarrer beim Bächweg das Pferd anhalten, stieg ab, kniete nieder und sagte: «Betet für ihn, er geht grad in die Ewigkeit, und es steht ihm so spitz!»
Seither hörte man am Orte, wo der Weg von Niedergampel heraufkommt, oft Rossgetrappel und das Geschell eines Pferdes. Der Fuhrmann müsse da büssen, weil er schuld war, dass der Sterbende die Sakramente nicht mehr empfangen konnte.
BRATSCH
Quelle: Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Josef Guntern, Olten 1963, © Erbengemeinschaft Josef Guntern.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch