Der Schatz im Thelwäldchen
Nicht gar weit unter der Wallfahrtskapelle im Thel soll im sogenannten Pfarrherrnwäldchen in einer kleinen Vertiefung ein Schatz verborgen sein. Das Geld, in Gold, Silber und Münzen gesondert, lag in einem offenen Koffer; aber allemal sah man eine abscheuliche Schlange in grausen Ringen darauf liegen und den Schatz bewachen. Wollte sich jemand dem Gelde nähern oder gar Miene machen, davon zu nehmen, so blähte sich die Bestie gewaltig auf und warf drohend ihr giftiges Gebiss in die Höhe. Einmal gelang es mit einem Stein, drei Talerstücke aus dem Koffer zu bengeln; darauf verkroch sich die Schlange ins Geld, der Koffer schloss sich knallend, und alles verschwand für immer.
LEUK
Quelle: Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Josef Guntern, Olten 1963, © Erbengemeinschaft Josef Guntern.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch