Es gibt eine kalte Nacht
In einer Voralpe in Binn wollte einer den ganzen Winter mutterseelenallein logieren.
Da kam in einer Nacht unerwartet ein Gogwärgi zu ihm und fragte ganz überrascht, ob er denn hier nicht zu kalt habe. Doch, doch, er habe schon kalt, aber was er denn in diesem schlechten Gemach allein beginnen solle, so allein, von jedem menschlichen Wesen weit entfernt. Das Gogwärgi deutete ihm, er solle mitkommen.
Sie gingen miteinander an einen Ort, wo ein grosser Heustock stand. Das Gogwärgi deckte das Heu auf, und beide schloffen hinein. Er solle sich gut zudecken, warnte der Zwerg, es gebe eine kalte Nacht. Als der Binner erwachte, fand er von seinem Begleiter keine Spur. Er verliess den Heustock und stand plötzlich auf grünen Wiesen. Da begann er zu lachen, drehte sich um und um und lachte wieder und hatte eine solche Freude, dass der Winter vorbei sei.
BINN
Quelle: Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Josef Guntern, Olten 1963, © Erbengemeinschaft Josef Guntern.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch