Das Salwidenbad
Das Salwidenbad im Entlebuch drinnen, zwischen Sörenberg und Schibegütsch hat folgenden Ursprung. Von seiner bösen Stiefmutter hatte ein Mädchen viel zu leiden und mal ward es sogar wund geschlagen. Das Kind entlief und gelangte auf seiner Flucht zu einer Quelle, die kräftig und klar aus dem Boden sprudelte. Es beugte sich, trank und wusch seine Wunde. Plötzlich fühlte das Kind sich geheilt. Dessen war es herzlich froh, aber dachte und beschloss gleich bei sich, der Stiefmutter, die seit langem an einem Wundschaden litt, sage es jetzt express nichts von diesem Heilbrunnen, warum mache sie 's ihm so wüst, sie könne jetzt auch das Übel haben. Das schadenfrohe Mädchen liess wirklich von seiner Entdeckung keine Silbe verlauten. Als es hierauf wieder eine Wunde am Leib erhielt, ging es hin an den Ort um sich mit Waschen zu heilen, aber es konnte den Heilborn nun nimmer finden. Eine Frist verstrich. Da jagte ein Jäger in selber Gegend. Eben hatte er ein schönes Tier angeschossen. Dasselbe lief mit letzter Kraftanstrengung einer Quelle zu, badete sich und war genesen. Der Jäger sah es und so war jener durch das neidische Mädchen verlorene Wunderbrunnen wieder gefunden. Er ist im Salwidenbad.
Quelle: Alois Lütolf, Sagen, Bräuche, Legenden aus den fünf Orten Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug, Luzern 1865. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch.