Sankt Kathrinenbrünneli und Glöcklein dazu
Zu Brunnen im Dorfe beim Geisssteg führt eine Quelle diesen Namen. Vor vielen vielen Jahren sei da eine Sankt Kathrinenkapelle gestanden. Ein zweites Sankt Kathrinenbrünneli fliesst aus der Fluh beim Quartier Hundsbühl (Husbühl) wo jetzt am Gestade ein Gärtchen sich eingebettet hat und das Auge frei und frank über den See hinweg die Rütlimatte drüben erblickt. Wer am Wechselfieber litt, trank von diesem Wasser und wurde gesund. Auch an dieser Stelle hat die Sage Sankt Kathrinen dieser Lieblingsheiligen des Volkes, ein kleines Heiligtum gewidmet. Ja, die Volkssage ist fromm, ist grossmütig, baut Gotteshäuser in grosser Menge und niemand kann sie so leicht und wohlfeil erstellen. Und wo sie wundersam eine liebliche Kapelle besitzt, da hängt sie auch ein Glöcklein auf, ebenfalls wundersam und von hellem Klang, ein Glöcklein das sich selber zu läuten im Stande ist. Ein solches hat sie wirklich dem Sankt Kathrinenkapellchen am Gestad in Brunnen auch verehrt und es hat sich wohl gehalten und von selbst geläutet, als die Tellen im Rütli dort den ewigen Eid geschworen haben.
Quelle: Alois Lütolf, Sagen, Bräuche, Legenden aus den fünf Orten Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug, Luzern 1865. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch.