Das Rosseisen
a) Man erzählt dies im Wiggental am Napf. Drüben im bernischen Dorfe Trub haben sie noch aus der guten alten katholischen Zeit ein Kreuz auf der Kirchturmspitze. Schon dreimal nahmen es die Reformierten herunter und trugen's zur Schmiede, um Rosseisen draus schmieden zu lassen. Am folgenden Morgen jedoch war allemal dasselbe Kreuz wieder oben an seiner alten Stelle.
b) Häufig wurde ab einem Grundstücke ein Rosseisen als jährlicher Zins gefordert. So lieh Herzog Leopold die Alp Silbern am Glärnisch den Conventfrauen von Muotathal um ein Rosseisen jährlichen Zins.
Quelle: Alois Lütolf, Sagen, Bräuche, Legenden aus den fünf Orten Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug, Luzern 1865. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch.