Der Reizibielbock
Der Reizibielbock hält sich unterhalb St. Jost am Bürgen in Nidwalden auf. An der Stirne ein tellergrosses Auge macht ihn furchtbar. Zwei Nachtbuben, welche vom Stubetengehen nach Hause wollten, erfrechten sich, die Türe des Gadens, wo das Untier war, zu öffnen und laut zu fragen, ob der Bock daheim sei. Gleich blitzte ihnen sein Feuerauge zornfunkelnd entgegen. Sie schlugen die Tür zu und entsprangen. Der Bock auf und rasselnd hinter ihnen drein bis an ihr Haus, wo er ausserhalb zurückblieb. Aber wie sie in die Stube traten, grinste er zum Fenster hinein. Der Nachtböckel dient in Unterwalden auch sonst als Kinderschreck.
Quelle: Alois Lütolf, Sagen, Bräuche, Legenden aus den fünf Orten Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug, Luzern 1865. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch.