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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Wie die Kastanien bei uns heimisch wurden

Land: Schweiz
Kanton: Luzern
Kategorie: Sage

„Kestenbaum" heißt ein am Vierwaldstätter-See sehr schön gelegener Hof der Gemeinde Horw. Wahrscheinlich rührt sein Name von Kastanienwaldungen her, die früher da gestanden haben.

Es liegt hierüber folgende Sage im Volksmunde:

Vor vielen Jahren übernachteten da, wo es jetzt „Kestenbaum" heisst, zwei Italiener. Als sie am Morgen weggingen, übergaben sie dem Gastgeber zum Danke zwei Kastanien, sagend, dass er selbe setzen solle. Er tats und sah zu seiner grössten Freude bald zwei üppige Bäume herangewachsen, die er sorgfältig pflegte, bis sie ihm Früchte trugen, die er sehr schmackhaft fand. Indem er wieder neuerdings Kastanien setzte, hatte er noch bei Lebzeiten einen Wald von fruchtbaren kräftigen Kastanienbäumen. Von da haben sich die Kastanienbäume dann auch weiter verbreitet. — Von daher auch der Name Kestenbaum.

 

Quelle: Alois Lütolf, Sagen, Bräuche, Legenden aus den fünf Orten Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug, Luzern 1865. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch.