Der Teufel baut und wird überlistet
a) Beim Rapperswiler-Brückenbau gab der betrogene Teufel dem zuerst statt eines Menschen über die Brücke springenden Hund den Schuh von hinten und seither wenden sich die Hunde beim Springen immer etwas seitwärts, um zu sehen, wer hinten nachkomme.
b). Ein andermal verspricht der Teufel einem armen bedrängten Bauer ein Haus zu bauen und Geld genug zu geben, wenn er ihm zusage, was daheim hinter der Thüre sei. Der Mann dachte an den Besen und schlug ein. Indes gebar daheim die Frau und das Kind ward hinter die Thüre gelegt. So wäre es dem Leidigen verkauft gewesen. Zum Glück jedoch hat es die Mutter gut besegnet und er konnte es nicht nehmen. An das schon im Hui erbaute Haus machte er nun voll Ärger noch einen Fehler. Er machte, dass man das Tor nie an die Angel hängen konnte.
c). Die weiter oben angeführte Erzählung vom Hausbau des Teufels ist auch zu Knutwil (Kanton Luzern) örtlich geworden. Die listige Frau brachte hier den Hahn zum frühern Rufen, indem sie den Hühnern Haber streute. Nur die Tore fehlten noch, als der höllische Baumeister abfahren musste. An diesem Hause konnten niemals Tore angebracht werden und es musste offen bleiben, damit nachts der Türst mit seinen Hunden hindurchjagen könne.
Quelle: Alois Lütolf, Sagen, Bräuche, Legenden aus den fünf Orten Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug, Luzern 1865. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch.