Schatzgräberei
Im Gruet war etwa um das Jahr 1870 herum unter dem Besitzer Mosbach, einem Mülhauser Fabrikherrn, eine Wahrsagerin. Diese erklärte, zwischen dem Gruet und den Pappeln liege ein Schatz in der Erde verborgen. Jede Nacht wurde darauf von zwölf bis ein Uhr von mehreren Arbeitern nach dem Schatz gegraben. Die Wahrsagerin hielt dabei eine Wünschelrute in der Hand. Diese habe sich auf unerklärliche Weise gebogen.
Das nächtliche Schatzgraben lockte viele Leute aus dem Dorf ins Gruet. Auch meine Mutter sel. erzählte mir, sie sei mit anderen Leuten einmal nachts ins Gruet gegangen, um zuzuschauen. Die Arbeiter hatten schon ein grosses Loch in die Erde gewühlt. Niemand durfte während der Arbeit ein Wort reden, sonst versänke der Schatz nach Aussagen des Weibes tiefer in die Erde.
Das Graben nach dem Schatze wurde dann von der Regierung in Liestal verboten.
Münchenstein
Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.