Der ruhelose Vatermörder
Der Sohn eines Schmieds, schon verheiratet, konnte den Augenblick nicht erwarten, der ihn in den Besitz des väterlichen Geschäftes brächte, umso mehr, als er mit dem Vater in ständigem Streit lebte. In einer bösen Stunde brachte er ihn nachts unter einem Kirschbaum um und schleppte die Leiche in einem Sack an den Rhein, wo er sie versenkte. Von diesem Augenblick an hatte der Missetäter keine Ruhe mehr, bis er starb. Nach seinem Tode hörte man in der Schmiede in manchen Nächten Hammerschläge auf dem Amboss. Des Gespensterwesens überdrüssig, liessen die späteren Besitzer des Hauses den Geist durch einen Kapuziner in ein Fläschlein bannen und ins Haus einmauern. Von da an hatten sie Ruhe. Unter dem Baum, wo die Untat geschehen war, sah man öfters in der Nacht einen Hund mit feurigen Augen sitzen.
Muttenz
Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.