Im Schloss von Le Vanel - Au château du Vanel

Land: Schweiz
Kategorie: Sage

Dieses Kastell, von dem nur noch ein verfallener Turm übrig ist, diente früher dem jüngeren Zweig des Hauses Greyerz als herrschaftlicher Wohnsitz. Es befand sich in einer bewundernswerten Lage auf einem Felsgrat (daher sein Name Vanel oder Vanil, Fels) und befehligte den Übergang vom Simmental zum Pays-d'Enhaut. Die einzige damals befahrbare Straße führte durch die Schlossmauern und machte die Reisenden zur Beute der Schlossbewohner. Die Festung war zwar gelegentlich ein Zufluchtsort, diente aber meist dazu, die von den Feinden in der Umgebung geraubte Beute zu verstecken. So musste Pierre du Vanel 1331 vor dem Grafen von Savoyen erscheinen, weil seine Leute die benachbarten Bergbewohner, die Untertanen von Bern waren, geschädigt und vor allem einen großen Viehraub verübt hatten, den die Kläger auf nicht weniger als zweitausend Pfund, also rund vierzigtausend Franken, geschätzt hatten. Der Graf von Savoyen ließ ihm sein Schloss, verlangte aber achthundert Pfund. - Es heißt, dass dieses Schloss einmal, so die Überlieferung, lange von den Savoyern belagert wurde; es stand kurz davor, ausgehungert zu werden. Die Belagerer, die die Gegend geplündert und viel Vieh zusammengetrieben hatten, ließen eines Morgens zum Spott eine Herde Schweine vor den Augen der hungernden Besatzung vor den Mauern des Bergfrieds weiden. Plötzlich öffnete einer der Soldaten der Festung die geheime Pforte, stieß den bekannten Ruf «Hoo! hoo!» aus und die ganze grunzende Herde stürzte in die Festungsmauern, wo sie Nachschub an Lebensmitteln brachte, der die Burg für lange Zeit vor einer Hungersnot schützte.

Seitdem die Burg Vanel im Jahr 1349 von den Bernern zerstört wurde und dieses Räubernest nicht mehr als Wohnstätte dienen konnte, hörte jeder, der früher um Mitternacht am Fuße dieser Mauern vorbeikam, regelmäßig durch den Wald in Richtung des zerfallenen Turms ein wiederholtes Niesen. Es war der Geist eines der Herren von Le Vanel, der wegen seiner Freveltaten dazu verdammt war, ohne Unterlass und ohne Ruhe umherzuwandern, bis er an diesem Ort, der Zeuge seiner Grausamkeiten gewesen war, die Stimme eines Lebenden hören würde, der ihm etwas Gutes wünschte.

Eines Abends unterhielten sich einige Bergler in einer nahegelegenen Kneipe in Rougemont über den Wiedergänger von Le Vanel. Ein kräftiger Bursche, der diese Geschichte hörte, wettete, dass er sich sofort von der Wahrheit der Fakten überzeugen würde, die man ihm gerade erzählt hatte. Als es Mitternacht schlug, war er am Fuße des alten Herrenhauses. Er wartete und lauschte. Plötzlich ertönte ein gewaltiges Niesen in der Stille der Nacht. Die Eulen flüchten erschrocken. Die Krähen erwachen. Die Eulen schreien. Geistesgegenwärtig rief unser Mann aus den Bergen den Echos des Vanel zu: «Gesundheit! Gott segne Sie!»

«Vielen Dank!», antwortete ihm eine hohle Stimme. «Seit über sechshundert Jahren habe ich auf dieses Wort gewartet!» - Der Geist war erlöst und erschien nicht mehr.

 

Quelle: Alfred Cérésole, Légendes des Alpes vaudoises, 1885, unter dem Titel: Au château du Vanel
Übersetzt von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch

 

 

Au château du Vanel

Ce castel, dont il ne reste plus qu’une tour en ruine, servait autrefois de demeure seigneuriale à la branche cadette de la maison de Gruyère. Il occupait une situation admirable sur une arête rocheuse (de là son nom de vanel ou vanil, roche) et commandait le passage du Simmenthal au Pays-d’Enhaut. La seule route alors praticable passait dans l’enceinte du château et mettait les voyageurs à la merci de ses habitants. Lieu de refuge à l’occasion, cette forteresse servait le plus souvent à cacher le butin enlevé aux ennemis d’alentour. Ainsi, en 1331, Pierre du Vanel dut comparaître devant le comte de Savoie pour des déprédations commises par ses gens sur des montagnards voisins, sujets de Berne, et surtout pour une grande razzia de bétail que les plaignants n’estimaient pas à moins de deux mille livres, soit environ quarante mille francs. Le comte de Savoie lui laissa son château, mais lui fit payer huit cents livres. – Il paraît qu’un jour, dit la tradition, ce château fut longuement assiégé par les Savoyards ; il allait succomber à la famine. Les assiégeants, qui avaient pillé la contrée et réuni beaucoup de bétail, firent un matin paître par dérision un troupeau de porcs devant les murs du donjon, sous les yeux de la garnison affamée. Tout à coup, un des soldats du fort ouvre la poterne, pousse le cri bien connu : « Hoo ! hoo ! » et tout le troupeau grognant se précipite dans l’enceinte fortifiée, où il apporte un renfort de vivres qui met le château pour longtemps à l’abri de la famine.

Depuis que le château du Vanel eut été détruit, en 1349 par les Bernois, depuis que ce nid de pillards ne put plus servir d’habitation, celui qui jadis passait à minuit au pied de ces murailles entendait régulièrement à travers bois dans la direction de cette tour lézardée des éternuements répétés. C’était l’esprit d’un des seigneurs du Vanel qui pour ses déprédations était condamné à errer sans trêve ni repos jusqu’au moment où dans ces lieux témoins de ses cruautés il entendrait la voix d’un vivant lui adresser un bon souhait.

Or un soir quelques montagnards causaient du revenant du Vanel dans un cabaret voisin à Rougemont. Un vigoureux gars entendant cette histoire fit le pari d’aller tout de suite s’assurer de la vérité des faits qu’on venait de lui conter. Au coup de minuit il fut au pied du vieux manoir. Il attend, il écoute. Tout à coup un formidable éternuement retentit dans le silence de la nuit. Les hiboux effrayés s’enfuient. Les corbeaux s’éveillent. Les chouettes crient. Sans perdre sa présence d’esprit notre montagnard jeta ces mots aux échos du Vanel :

– À vos souhaits ! Que Dieu vous bénisse !

– Grand merci ! lui répondit aussitôt une voix caverneuse. Voici plus de six cents ans que j’attendais cette parole ! – Le revenant délivré ne reparut plus.

 

Diese Website nutzt Cookies und andere Technologien, um unser Angebot für Sie laufend zu verbessern und unsere Inhalte auf Ihre Bedürfnisse abzustimmen. Sie können jederzeit einstellen, welche Cookies Sie zulassen wollen. Durch das Schliessen dieser Anzeige werden Cookies aktiviert. Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Cookie Einstellungen

Diese Cookies benötigen wir zwingend, damit die Seite korrekt funktioniert.

Diese Cookies  erhöhen das Nutzererlebnis. Beispielsweise indem getätige Spracheinstellungen gespeichert werden. Wenn Sie diese Cookies nicht zulassen, funktionieren einige dieser Dienste möglicherweise nicht einwandfrei.

Diese Webseite bietet möglicherweise Inhalte oder Funktionalitäten an, die von Drittanbietern eigenverantwortlich zur Verfügung gestellt werden. Diese Drittanbieter können eigene Cookies setzen, z.B. um die Nutzeraktivität zu verfolgen oder ihre Angebote zu personalisieren und zu optimieren.
Das können unter Anderem folgende Cookies sein:
_ga (Google Analytics)
_ga_JW67SKFLRG (Google Analytics)
NID (Google Maps)