Das schöne Kind - Le bel enfant

Land: Schweiz
Kategorie: Sage

Im Pays-d'Enhaut versicherten mehrere Personen, die Chette in der Umgebung von Château-d'Œx gesehen zu haben. Eines Abends, in einer dunklen Herbstnacht, war ein Bauer auf dem Weg zurück zum Weiler Le Clot. Als er in der Nähe einer abgelegenen Scheune vorbeikam, hörte er die Klänge von Musik und die rhythmischen Geräusche eines Tanzes. Als er näher kam, sah er in der hell erleuchteten Scheune das ganze bunte Treiben eines Festes. Männer und Frauen tanzten ausgelassen. Auf der Türschwelle stand ein wunderschön geschmücktes Kind mit lächelndem Gesicht und winkte die Passanten herein. Der verwunderte Bauer trat näher. Das Kind berührte ihn an der Stirn und verschwand. Ein schrecklicher Lärm brach los, und der Mann, der im Gesicht getroffen worden war, hatte plötzlich starke Schmerzen und fand erst nach tausend Schwierigkeiten den Weg nach Hause. Am Morgen des nächsten Tages war sein Gesicht mit Pusteln übersät. Er war mehrere Tage lang schwer krank.

 

«Die Sabbate!», schrieb mir ein Bewohner dieser Gegend, «Wer hat denn nicht davon gehört? Wer hat nicht von diesen teuflischen Zusammenkünften gehört, bei denen sich unreine Tiere, zusammen mit den Mächten der Hölle, mit bekannten und namentlich genannten Personen vermischten? Wenn man die Leute, die zum Hexensabbat gingen, entweder zu Fuß oder rittlings auf einem Schwein oder einem anderen unreinen Tier vorbeikommen sah, hütete man sich, ihnen zu folgen. Man beschränkte sich darauf, von weitem auf den Ort zu zeigen, an dem diese unheimlichen Versammlungen der Unterwelt stattfanden.»

So zeigt man sich auch heute noch auf dem Weg von Rossinières nach Cuves die wilde Malacheneau, eine seit frühesten Zeiten berüchtigte Schlucht, deren Name (wüste Rinne oder Tal der bösen Geister) äußerst bezeichnend ist. Die Tradition hat sie auch zu einem Ort für Höllentänze und Verbrechen gemacht. Einige alte Leute können noch heute sehr gut die sakramentale Formel nachsprechen, die man aussprechen sollte, wenn man nachts in der Nähe vorbeikam, um vor unliebsamen Begegnungen geschützt zu sein. Man sagte sie nie ohne Rührung und ohne den Schritt zu beschleunigen:

«Möge Gott uns bewahren
Vor dem Teufel, dem Dämon,
Vor dem Rachen des Wolfes,
Vor dem Tod des Verräters (Judas),
Vor Feuer und Flamme,
Vor dem plötzlichen Tod,
Von fließendem Wasser,
Und von herabstürzenden Felsen!
So soll es sein. Amen.»

 

Quelle: Alfred Cérésole, Légendes des Alpes vaudoises, 1885, im Kapitel «Sabbats», ohne Titel
Übersetzt von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch

 

 

Au Pays-d’Enhaut, plusieurs personnes assurent avoir vu la chette dans les environs de Château-d’Œx. Un soir, par une sombre nuit d’automne, un paysan rentrait au hameau du Clot. Arrivé près d’une grange isolée, il entendit des sons de musique et les bruits cadencés d’une danse. En s’approchant, il aperçut, dans la grange brillamment éclairée, toute l’animation d’une fête. Des hommes et des femmes dansaient avec frénésie. Sur le seuil de la porte, un bel enfant au visage souriant, magnifiquement paré, faisait signe aux passants d’entrer. Le paysan émerveillé s’approcha. L’enfant lui toucha le front, puis disparut. Un bruit terrible éclata ; mais notre homme, atteint au visage, ressentit tout à coup les plus vives douleurs ; il ne retrouva le chemin de sa maison qu’après mille difficultés. Au matin du jour suivant, sa figure était couverte de boutons. Il en fut gravement malade durant plusieurs jours.

 

« Les sabbats ! – m’écrit un habitant de cette contrée, – qui donc n’en a pas entendu parler ? Qui n’a ouï causer de ces diaboliques réunions où des animaux immondes, joints aux puissances infernales, se mêlaient à des personnes connues et nommées ? En voyant passer soit à pied, soit à califourchon sur un porc ou sur telle autre bête impure, ceux qui se rendaient à la chette, on se gardait bien de les suivre. On se bornait à montrer de loin l’endroit où se tenaient ces sinistres assises des enfers. »

C’est ainsi qu’aujourd’hui encore on se montre, sur le chemin de Rossinières à Cuves, la sauvage Malacheneau, gorge mal famée dès les temps les plus reculés et dont le nom (mauvaise chéneau ou vallon des esprits malins) est des plus significatifs. La tradition en a fait aussi un lieu de danses infernales et de crimes. Quelques anciens savent encore très bien répéter actuellement la formule sacramentelle qu’il était prudent de prononcer lorsqu’on passait près de là, la nuit, afin d’être mis à l’abri des mauvaises rencontres. On ne la redisait jamais sans émotion et sans accélérer le pas :

Que Diu no préjervai
De loji, dou pervai,
Dé la goirdze dou lau,
Dé la moirt dou traitau,
Dé foui, dé thama,
Dé la chebetâna,
Dé l’ivue correint
Et di scex duroutseint !
Ainsi soit-y. Amein !

Que Dieu nous préserve
Du diable, du démon,
De la gueule du loup,
De la mort du traître (Judas),
De feu, de flamme,
De la mort subite,
De l’eau courante,
Et des rochers s’écroulant !
Ainsi soit-il. Amen.

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