Der Heidenplatz in Giswil

Land: Schweiz
Kategorie: Sage

Von einer Alp Giswils, welche den Bauern des Kleinteil im Sommer zur Wildi dient und gerade hinter dem Giswilerstock liegt, sagt man, sie sei vor alten Zeiten der Aufenthalt der wilden Leute oder Heiden gewesen. Sie heisst Fontanen. Man sagt, dass vor Jahren Gerätschaften jener Urbewohner von den Än gefunden worden seien, wie Dreifüsse, Kochlöffel, Kellen, Pfeile und dergleichen. Auch sieht man jetzt noch an dieser Fundstelle einen Felsblock von sonderbar hartem Gestein, welcher das Heidenkirchli genannt wird. Hier sollen die Heiden ihren Gottesdienst gehalten haben. Auf diesem Felsblock, der auf einem schönen Weideplätzchen ganz isoliert dasteht, sind sonderbare Einschnitte, von denen einige ganz die Form von tief eingedrückten Fussstapfen haben; mehrere sind bis ein Fuss tief, andere bilden eigentliche Höhlen, welche ungefähr zwei bis drei Fuss tief und in der Länge und Breite so beschaffen sind, dass darin ein wohlgewachsener Mann liegen kann Die Umgebung nennt man den Heidenplatz, oder Heidenboden. Hier haben die Heiden, welche vor dem eindringenden Christentum sich in die einsamen Berggegenden flüchteten, einst ihre Tänze aufgeführt. Man will da noch Spuren von Strassen, von ehemals gestandenen Gebäuden und sogar einer Begräbnisstätte wahrgenommen haben. Natürlich sollen sich da auch Schätze in dem Boden befinden und nur ein gewisser Priester soll die Plätze derselben gewusst haben. Dieser zeigte einstens drei Männern diese Plätze, welche dann für sich nach Belieben und Genüge enthoben, aber von diesem Reichtum hernach einen sehr schlechten Gebrauch machten, besonders zwei. Es kamen nachher wieder andere zu diesem Priester, und baten ihn, er möchte ihnen doch auch diese Stellen zeigen. Allein er wollte es nicht thun und zwar aus der Ursache, die er den Bittenden eröffnete, weil von den drei Ersteren welche die enthobenen Schätze schlecht verwendeten, zwei in der Hölle sich befänden.

Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch

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