Der starke Bendicht Arni von Hessigkofen

Land: Schweiz
Kategorie: Sage

Kraftproben waren früher überall im Schwang. Bendicht Arni von Hessigkofen soll im Dreschet einmal zwei Mütt Erbsen zwei Stiegen hoch in einen Speicher hinaufgetragen haben. Derselbe galt als der stärkste Mann im Bucheggberg. Zu seiner Zeit fand ein Wettkampf zwischen Hessigkofern und Bätterkindern im Limpachtale statt. Die Parteien hatten sich dahin geeinigt, dass von jeder Seite der Stärkste die Ehre des Tages entscheiden solle. Die Bätterkinder brachten ihren Auserwählten an einer Kette daher, um seine Bärenkraft anzudeuten. Einmal siegte der Kettenriese, einmal der Bucheggberger. Gespannt erwartete man den dritten Gang. Aber in zornigem Anlauf packte Arni den Bären, und in dröhnendem Fall warf er ihn auf den Rücken, dass er vorläufig das Aufstehen vergass!

Zur Franzosenzeit sollen in Hessigkofen nach der Tradition einmal Artillerie mit zwei Kanonen und ein Detachement Dragoner erschienen sein, um den Niklaus Wiss und Bendicht Arni abzufangen. Bei Niklaus Wiss wurden Garben, Heu, Stroh, Jauchefässer, Betten, Schränke, Tröge, Futterkasten, alle Winkel und Ecken durchforscht, zerwühlt, zerstochen - alles vergeblich.

Bei einem Haar aber hätte das Söhnlein des Bendicht Arni den Vater verraten. Es ass ein Stück Kuchen, als der führende Offizier vor dem Hause erschien und fragte: «Ist der Vater zu Hause?» «Nein,» platzte der Knabe heraus, «er ist in den Wallisberg gegangen!»

Auf dieses hin machten die Soldaten Jagd auf den Flüchtling und durchstöberten jeden Busch, jedes Gestrüpp. Schon stiess ein Soldat den Säbel in den Reisighaufen, unter welchem Arni verborgen lag. Der Säbel streifte das Hosenbein; allein zum zweiten Male stach der Soldat glücklicherweise wieder weit davon weg und gab nun seine Bemühungen auf. Die Truppe zog grimmig ab. Als man später den Arni fragte, was er getan hätte, wenn er ertappt worden wäre, antwortete er: «Wäre ich lebendig hervorgekommen, so wäre ein anderer tot darunter gekommen.»

Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch

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