Der Dolder und seine Geldtröge

Land: Schweiz
Kategorie: Sage

Einmal zog ein armer Bursche aus der Fremde über den Born. Weil er keinen Tabak mehr hatte, stopfte er seine Pfeife mit Buchenlaub. Als er dann bei seinem Meister die Pfeife ausklopfte, fiel Gold heraus. Das habe der Dolder gemacht, meinte der Bauer. Denn oben beim Heidenloch hause der Dolder, der über die Erdmännchen herrsche, die für ihn jedes Mal am Karfreitag sein Gold sonnen müssten. Da könne einer wohl sein Glück machen.

Der Knecht hatte des Bauern Tochter im Sinn. So lief er am Karfreitag zum Heidenloch und kam mit goldgefüllten Taschen zurück.

Beim Heidenloch sei einer gestanden, gross wie eine Wettertanne, und habe zu ihm gesagt: «Mach's dann richtig!» In der Höhle seien drei Tröge gestanden. Und eine Stimme habe ihm befohlen «Nimm jetzt!» Im ersten Trog seien Kupferbatzen gewesen. Im zweiten Silbergeld und im dritten funkelnde Goldtaler. Da habe er sich die Taschen gefüllt. Hinter den Trögen seien dann gespenstische Hunde hervorgekrochen und auf die Deckel der Tröge gesprungen.

Als er wieder draussen stand, habe sich ein unheimliches Gelächter im Wald erhoben.

So erzählte der Bursche und meinte, er könne nun des Bauern Tochter heiraten. Doch der habgierige Bauer wollte noch mehr Geld sehen und schickte den Burschen nochmals zum Heidenloch.

Als der Bursche sich fürchtete, gab ihm eine alte Frau den Rat, ein weisses Tuch ins Weihwasser zu tauchen, mit diesem könne er alle bösen Geister vertreiben.

In der Höhle angekommen, verliess ihn der Mut, und beim Anblick der heranstürzenden Gespensterhunde fiel er zu Boden. Doch konnte er gerade noch das weisse Tuch schwingen und die Hunde versanken in den Boden. Mit Mühe fand er wieder aus der Höhle heraus. Der Bauer kam ihm draussen entgegengelaufen, doch stolperte er über einen Stein und brach sich das Bein. Von diesem Tage an hatte der Bauer ein böses Bein, das nie mehr heilte. Wenn man den Bauern daher hinken sah, sagten die Leute, es sei ihm recht geschehen.

Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch

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