Die Grenzsteinträger

Land: Schweiz
Region: Greyerz
Kategorie: Sage

Die Buénous sind die gequälten Seelen von gierigen Männern, die Grenzsteine versetzten, um ihr Feld zu vergrössern und sich auf diese Weise Stück des Eigentums des Nachbarn anzueignen. Sie erscheinen wie Feuerwesen, sind über einen Fuss gross und dunkelrot. Anders als die Irrlichter, kann man ihren Körper sehen. Es ist von grösster Wichtigkeit, dass die Buénous, die Grenzsteinträger, nicht mit den Irrlichtern verwechselt werden; das wäre ein Fehler, der von einer einzigartigen Unkenntnis der Dinge in der Anderswelt zeugt. Meist schleppen die Buénous einen schweren Stein mit sich herum. Die Buénous sprechen, heulen, stöhnen, schlagen. Sie sind immer streitsüchtig und bösartigund laufen an alten Hecken hin und her. Früher hatte jede halbwegs bedeutende Hecke ihren Buénou. Dort, wo sie ihr Verbrechen begangen haben, ist der Ort ihres Leidens. Ihre Qual besteht darin, dass sie die frevelhaften Grenzsteine in ihren Armen tragen, die ganze Nacht um ein Feld laufen und wiederholen ständig kläglich schreiend: «Wo soll ich diesen Grenzstein setzen? Wo soll ich diesen Grenzstein setzen?»

Seit der Erfindung des Landvermessers ist die Zahl der Buénous auf dem Lande stark zurückgegangen, denn diese Herren mit ihren Instrumenten und Berechnungen haben die Macht, einen Grenzstein wieder an seinen Platz zu setzen, selbst wenn er seit mehr als dreissig Jahren verschoben ist. Erlöste Buénous werden durch niemanden ersetzt, ausser die Seele eines schlechten Geometers muss die gleiche Qual erleiden, was von Zeit zu Zeit vorkommen soll.

Wer einen Buénou sieht oder hört, darf ihn niemals verfolgen, verspotten oder gar beleidigen, denn ihre Rache ist furchtbar.

Eines Abends vor langer Zeit hatten sechs junge Männer im Weiler Les Albergeux bis spät in die Nacht bei den hübschen, leichten Damen gezecht. Als sie sich in der Dunkelheit auf den Heimweg machten, waren sie noch immer entzückt vom Lächeln der anmutigen Damen und etwas beschwipst vom guten Wein des Gasthauses. Auf der Höhe von Enney, am Fusse der Vudalla, sahen sie plötzlich einen grossen, rotglühenden Buénou, der durch die Hecken lief und verzweifelt den Schrei ausstiess: «Wo soll ich diesen Grenzstein setzen? Wo soll ich diesen Grenzstein setzen?»

Unwissend, wie die Leute auf dem Land damals waren, und durch ihre Trinkgelage noch verwegener geworden, antworteten die jungen Männer aus Albeuve ziemlich respektlos und zeigten auf ein bestimmtes Körperteil...

Der Buénou nahm diesen groben Scherz sehr übel und stürzte sich schäumend vor Wut auf sie!

Die Unvorsichtigen nahmen die Beine in die Hand und rannten davon. Aber wie kann man sich vor einem Buénou retten! In Sekundenschnelle wurden alle gleichzeitig geschlagen, gerollt, getreten, umgeworfen, an den Haaren gezogen und so fürchterlich durchgeschüttelt, dass sie beinahe ihr Leben verloren hätten.

Einer der sechs jungen Männer stammte aus Villars-sous-Mont und war höflich, klug, umsichtig und listig, wie alle Bewohner dieses Dorfes, die von jeher pragmatisch veranlagt waren. Er hatte nichts Anstössiges zu dem verärgerten Buénou gesagt und wurde deshalb auch nicht von ihm belästigt. Er erkannte die grosse Gefahr, in der sich seine Kameraden und vielleicht auch er selbst schwebten, und schlug geistesgegenwärtig ein grosses Kreuzzeichen, was den Buénou zur Besinnung brachte. Dieser, wahrscheinlich einer der verdammten Buénou, musste seinen Grenzstein fallen lassen, der mitten auf dem Weg stecken blieb. Dann verschwand er in einem feurigen Blitz und tauchte nie wieder auf. Die Stelle, an der er seinen Grenzstein fallen liess, heisst heute: "La Buêna". Das Traurigste und Erniedrigendste an der Geschichte war, dass ihre Mitbürger in Albeuve ihr Missgeschick nicht glauben wollten und behaupteten, die Männer von Enney hätten ihre Trunkenheit ausgenutzt, um ihnen eine Tracht Prügel zu verpassen, wie es in der guten alten Zeit üblich war.

Aber am Vorabend von Allerseelen fiel ein eisiger Schneeregen, während der Sturm die toten Blätter, in denen die Seelen der armen Verstorbenen oft Busse taten, von den Bergen in die Ebene und von der Ebene in die Berge trieb. Es war ein übles Wetter und sehr kalt. Oben an der grossen Hecke zwischen Lessoc und Le Buth lief ein Buénou entlang und weinte, wie er es schon seit zweihundert Jahren getan hatte.

Der gute alte Jean von Niclement war voller Mitleid und hatte den Mut, den Buénou anzusprechen, wohl wissend, dass derjenige, der einen solchen Geist erlöst und dessen Seele rettet, innerhalb eines Jahres sterben muss. Jean hielt seinen Rosenkranz in der Hand und hatte ein Fläschchen Weihwasser in der Tasche seiner Sennjacke. So wandte er sich an den verzweifelten Buénou, nahm respektvoll seine Mütze ab und rief: «Im Namen Jesu Christi, unseres Erlösers, und seiner Seligen Mutter Maria, wenn du eine gläubige Seele bist, dann halte an und sage mir, was dir fehlt.»

«Wirst du etwas für mich tun?»

«Ja, das werde ich.»

«Morgen früh, sobald der Hahn kräht, nimm deinen Stock und deine Jagdtasche, gehe zur Beichte ins Kloster von Broc, gehe in meinem Namen zur Kommunion und bete lange für mich. Einige meiner Gebeine liegen noch im Beinhaus. Wenn du sie mit Weihwasser besprengst, werde ich weniger leiden.»

Nach diesen Worten verschwand der Buénou.

Der alte Jean kehrte nach Hause zurück. Am nächsten Morgen, als der Hahn krähte, machte er sich mit den frommen Gemeindemitgliedern von Lessoc auf den Weg nach Broc. Wie in alten Zeiten beteten sie auf dem Weg den Rosenkranz für die Seelenruhe der Verstorbenen.

Jean beichtete und betete lange am Beinhaus für den Buénou der Weide von Gobalet und sprengte Weihwasser auf die Gebeine der Toten.

So verging einige Zeit. Am Vorabend von Mariä Verkündigung war es dunkel, es regnete, der Schnee schmolz, das Wasser tropfte in Bächen von den Dächern und der Wind tobte im Geäst der kahlen Bäume. Jean kehrte nach Hause zurück, nachdem er sein Vieh in der Boilletta-Scheune in der Nähe der hübschen Kapelle Notre Dames des Neiges versorgt hatte. Wie es der Brauch war, betete er auf dem Weg für die Toten. Zu seinem Erstaunen hörte er ein Stöhnen; es schien ihm, als riefe eine weinerliche Stimme seinen Namen. Da sah er den Buénou, der die Hecke entlanglief.

Der Alte liess Milchkanne, Kübel und Laterne stehen, lief zu der Erscheinung hin, nahm seine Mütze ehrerbietig ab und sagte: «Im Namen Jesu Christi, unseres Erlösers, und seiner seligen Mutter Maria, wenn du eine gläubige Seele bist, so halte an und sage mir, was dir fehlt. Bist du immer noch nicht erlöst und im Paradies?»

«Nein.»

«Hast du die Hoffnung, bald hineinzugelangen?»

«Das hängt von dir ab.»

«Was soll ich tun?»

«Wirst du es denn tun?»

«Ja, das werde ich.»

«So nimm morgen früh, sobald der Hahn kräht, deinen Stock und deine Tasche und geh ins Kloster von Broc. Beichte, nimm die Kommunion, bete lange für mich beim Beinhaus; einige meiner Gebeine sind noch dort! Besprenge sie mit Weihwasser, dann werde ich weniger leiden, und dann musst du auch lange für dich beten."

Am nächsten Morgen, als der Hahn krähte, machte sich der alte Mann mit den frommen Gemeindemitgliedern von Lessoc zusammen auf den Weg nach Broc. Alle gingen den Weg entlang und beteten, wie es Brauch war, laut den Rosenkranz für den Seelenfrieden der Verstorbenen. Er beichtete, ging zur Kommunion, betete lange am Beinhaus für den Buénou von Gobalet und besprengte die Gebeine der Toten mit Weihwasser. Noch länger aber betete er für sich selbst.

Wieder verging einige Zeit, der Frühling erwachte, die Schneeglöckchen öffneten ihre Blüten, einige Primeln schmückten schon die Wiesen und die Vögel suchten in den Hecken nach geeigneten Zweigen, um ihre Nester zu bauen und schliesslich kam der Donnerstag in der Karwoche. Nach mehreren Tagen harter Arbeit, die er damit verbracht hatte, die Weide von Montmaoz zu säubern, die Hecken instand zu setzen und die Hütte für den nächsten Alpaufzug, die Poya, herzurichten, ging der alte Jean auf dem Weg Richtung Niclement nach Hause. Auf dem Heimweg betete er für die Toten.

Zu seiner Überraschung hörte er hinter sich, oben auf dem der Weide von Gobalet, eine weinerliche Stimme, die seinen Namen rief. Er lief hin und fand den Buénou an der grossen Hecke stehen und weinen. Der Alte nahm respektvoll seine Mütze ab, seufzte und sagte: «Im Namen Jesu Christi, unseres Erlösers, und seiner seligen Mutter Maria, wenn du eine gläubige Seele bist, so sage mir: Bist du immer noch nicht im Himmel?»

«Nein.»

«Hoffst du, bald hineinzukommen?»

«Jean, das hängt von dir ab.»

«Was ist zu tun?»

«Jean, Urenkel meines Enkels, wirst du tun, um was ich dich bitte?»

«Ja, das werde ich.»

«Schwörst du beim Kreuz des Erlösers?»

«Ich schwöre.»

«So höre mir zu, Jean, mein Sohn. Das Feld, das du besitzt und das ich vor zweihundertzwanzig Jahren besass, gehört dir nicht zur Gänze. Inmitten meines eigenen Feldes bildete das Feld meines Nachbarn und Verwandten Wuély eine Enklave. Es wurde von einer hohen Hecke aus Haselsträuchern begrenzt, beides Dinge, die mir sehr missfielen. Daher wollte ich ihm die Enklave abkaufen. Er lehnte ab. Ich verlangte, dass er wenigstens die Hecke, die mich ärgerte, ausreissen sollte. Seine Frau Mariette lehnte das nicht nur ab, sondern erklärte mir, um mich zu verspotten, mich herauszufordern und mich aufzuregen, dass im nächsten Jahr die ganze Enklave eingesät würde und dass sie, wenn sie auch nur einen meiner Leute dort entdeckte, beim Grafen vorsprechen würde. Sie war eine entschlossene Frau und hätte es getan. Ich war so aufgebracht, dass ich nicht mehr schlafen konnte. Eine teuflische Idee hatte mich gepackt und ich war boshaft genug, sie in die Tat umzusetzen. Eines Abends hob ich auf dem Feld von Wuély eine Grube aus und setzte einen Grenzstein mit seinen beiden Zeugen ein; seine Oberkante lag nur wenige Zoll unter dem Niveau des Feldes. Die Grassoden, die ich entfernt hatte, legte ich sorgfältig zurück und drückte sie fest. Dann streute ich ein paar Handvoll Knochenmehl darauf und legte mich zufrieden mit meiner jämmerlichen Arbeit zur Ruhe. Dieser Grenzstein reihte sich in die Reihe der anderen ein, die Enklave von Wuély wurde mit ihm aufgehoben. Sieben Tage nach meiner Arbeit wäre es unmöglich gewesen, auch nur die geringste Spur davon zu sehen.

Herbst und Winter waren vergangen, der Frühling kehrte zurück und ich sah mit Vergnügen, dass Mariette Mist auf die Enklave bringen liess. An dem Tag, an dem Wuély und seine Arbeiter die Erde umpflügten, riss ich mit zwei Arbeitern den Teil der Hecke aus, der sich auf meinem Grundstück befand. Dabei beobachtete ich genau, was auf der Enklave vor sich ging.

Sie hatten drei Stunden lang gearbeitet, als ich einen von Wuélys Arbeitern rufen hörte: ‹Aber.... da ist ja ein Grenzstein!› Ein zweiter trat hinzu und bestätigte die Aussage des ersten. Wuély kratzte sich am Kopf. Meine Arbeiter eilten herbei. Der Stein wurde herausgehoben. Wuély drehte den Stein hin und her. Man untersuchte die Mulde. Man fand die Zeugen und prüfte sie ausführlich. Wuély war blass. Ich trat ebenfalls durch die Hecke und gab mich erstaunt. Ich liess meine Arbeiter sogar Zeit mit Zuschauen verplempern, und erkundigte mich scheinheilig, worum es sich handelte. Wuély erklärte es mir arglos. Ich antwortete ihm, dass schon mein Vater behauptet habe, dass sein Feld durch eine Unachtsamkeit eine Enklave in unserem Feld gebildet habe. Ein so alter Grenzstein, der in der Erde steckte, sei der Beweis dafür. Und alle waren überzeugt von dem, was zu sehen war. Stolz richtete sich Wuély vor mir auf und sagte: ‹Jean-Pierre, ich könnte mich dir widersetzen und auf Besitz- und Eigentumsrechte bestehen, die seit Menschengedenken gelten, aber da ich diesen Grenzstein entdeckt habe und dein Vater, der ehrlichste Mensch den ich kannte, versicherte, dass die Enklave, die durch mein Feld gebildet wurde, euer Eigentum sei, überlasse ich sie dir.›

Sofort ging er mit seinen Leuten davon.

In diesem Moment fühlte ich, wie sich eine schwere Last auf mein Gewissen legte. Trotzdem wagte ich es, das Land in Besitz zu nehmen und zu bewirtschaften. Es ist wahr, dass ich Wuély immer wieder eine sehr hohe Summe als Entschädigung angeboten habe. Aber ich wurde bestraft, wo ich gesündigt hatte, und seine Antwort war jedes Mal: ‹Da diese Enklave dein Eigentum ist, behalte sie. Ich weiss nicht, was ich mit deinem Geld anfangen soll, ich habe keinen Anspruch darauf, also behalte es.›

Mein Gewissen quälte mich. Jedes Mal, wenn ich Wuély sah – und das war an jedem Tag, da unsere Häuser nebeneinander lagen, rief mir eine gebieterische Stimme zu: ‹Gestehe dein Verbrechen und gib ihm sein Feld zurück.› Der unrechtmässige Besitz dieses elenden Stücks Land vergiftete die letzten Jahre meines Lebens. Schliesslich hielt ich es nicht mehr aus und machte mich eines Morgens auf den Weg zum Kloster.

Es wurde eine lange und schmerzhaft Prozedur, aber Pater Colin war unnachgiebig. Ich musste ihm versprechen, Wuély aufzusuchen und ihm zu sagen: ‹Da diese Enklave seit Menschengedenken deiner Familie gehört hat, hat mir mein Beichtvater gesagt, dass ich sie nicht behalten kann. Wenn du ihren Gegenwert akzeptierst, ist die Sache geregelt, wenn nicht, nimm sie sofort zurück und ich zahle dir sogar fünf Taler dafür, dass ich sie genutzt habe. Du wolltest kein Land, das mir gehört; ich will kein Land, das dir gehört, also nimm es zurück›.

Glücklich machte ich mich auf den Heimweg. Mir war ein grosser Stein vom Herzen gefallen. Ich wusste, Wuély war ein guter Mensch. Mein Gewissen würde endlich Frieden finden.

Doch leider ereilte mich vor meiner Rückkehr der unbestechliche Tod. Seitdem laufe ich an den Hecken entlang und verlange, dass man die Grenzsteine wieder so setzt, wie sie rechtmässig stehen müssen. Aber meine Söhne, Enkel und Urenkel säen und ernten, lachen und singen auf dem Feld, das meinen Namen Gobalet trägt, ohne sich um den zu kümmern, der an dieser Hecke vor Schmerzen stöhnt. Nie ein Gebet, nie eine Messe für mich! Das Urteil ist gefällt: Ich werde nicht in den Himmel eingehen, bis dieser unselige Grenzstein entfernt ist und diese Enklave, die du bearbeitest, ihren rechtmässigen Besitzern zurückgegeben wurde. Wirst du das tun?»

«Ja, das werde ich.»

«Morgen ist der grosse Tag der Erlösung, der grosse Tag der Vergebung. Sobald der Hahn kräht, geh zu deinem Nachbarn. Sage ihm, dass du ihm die Hälfte des Feldes in Gobalet gibst, um den Buénou zu erlösen, der weinend und jammernd an der Hecke entlangläuft... Ich flehe dich an, Jean, tu es!" Nach diesen Worten verschwand der Buénou.

Am nächsten Tag, die Sonne vergoldete gerade die Berggipfel, waren vier Männer auf dem Feld von Gobalet. Trotz des heftigen Widerstandes seines Nachbarn Piéro, der die Geschichte vom Buénou absolut nicht glauben wollte, teilte der alte Jean sein Feld in zwei Teile, setzte in Anwesenheit von zwei Zeugen neue Grenzsteine und deren Zeugen und übereignete seinem Nachbarn Piéro die Hälfte des Feldes.

Er kniete auf dem Boden und klopfte mit den Händen die Grassoden am vierten und letzten Grenzstein neben dem Weg fest, als die vier Männer hinter sich eine Stimme fröhlich singen hörten: «Gelobt sei Gott! Jean, nun komm mit mir!». Sie wandten sich um – niemand war zu sehen. Doch der alte Jean stiess einen tiefen Seufzer aus. Da sahen seine Gefährten, dass der Alte kniete, die Hände waren gefaltet waren, doch er war tot. Der erlöste Buénou hatte ihn mit in den Himmel genommen.

Nach: Marie-Alexandre Bovet, Légendes de la Gruyère, Lausanne, o. J. Aus dem Französischen übersetzt, und neu gefasst unter Mitwirkung von Christine Reckhaus © Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch

Les Bouenous

Il est d’une importance capitale de ne point confondre les buénous (porte-bornes) avec les feux follets ; ce serait là une erreur qui dénoterait une singulière ignorance des choses de l’autre monde.

Il est vrai que les buénous, comme les feux follets, sont des êtres de feu ; mais les buénous sont beaucoup plus grands.

Le feu follet, haut de quelques pouces seulement, est d’un blanc-pâle, quelque peu bleuâtre ; tandis que le buénou, haut de plus d’un pied, est rouge sombre.

Le feu-buénou renferme souvent un corps, même visible ; le feu follet, jamais.

Le buénou est ordinairement chargé d’une lourde pierre ; le feu follet est toujours léger comme un papillon.

Les buénous parlent, hurlent, gémissent, frappent et sont parfois méchants, les feux follets sont toujours silencieux et ne donnent jamais de coups.

Les buénous courent çà et là, le long des vieilles haies ; les feux follets ne volent que sur les marais et les tourbières.

Les buénous sont les âmes en peine d’hommes avares et injustes qui, pour agrandir leur champ, en ont reculé les bornes, extorquant ainsi un lambeau de la propriété du voisin.

Là où ils ont commis la faute, ils souffrent... Leur tourment consiste à porter les bornes sacrilèges dans leurs bras, courant la nuit entière autour d’un champ, en criant lamentablement : « lô mè faut-the piantâ chta buêna ? là mè faut-the piantâ chta buêna ? » (Où dois-je planter cette borne ? »)

Autrefois chaque haie de quelque importance avait son buénou. Toutefois, depuis l’invention des géomètres-arpenteurs, le nombre des buénous a considérablement diminué dans nos campagnes, attendu que ces messieurs — nous entendons parler des géomètres — grâce à leurs instruments et à leurs figures, ont le pouvoir de remettre à sa place une borne, celle-ci fût-elle déplacée depuis plus de trente ans.

Les anciens buénous, non damnés, une fois leur peine purgée, s’en vont. Et ils ne sont remplacés par personne, à moins que, de temps à autre, l’âme de quelque mauvais géomètre n’ait à endurer le même tourment...

Quels qu’ils soient les buênous sont toujours hargneux et méchants.

Si vous les voyez courir et si vous les entendez gémir, gardez-vous de les poursuivre, de vous moquer d’eux, ou d’insulter à leur malheur. Ils ont de terribles vengeances !

Un soir — il y a bien longtemps de cela -— six jeunes gens qui avaient veillé fort tard au hameau des Albergeux auprès d’aimables Gothons, s’en revenaient dans la nuit noire, réjouis du sourire de leurs gracieuses et quelque peu éméchés par le bon vin de l’auberge. Arrivés au haut d’Enney, au pied de la Vudalla, ils virent soudain un grand buénou, tout rouge, courir le long des haies en jetant éperdûment le cri habituel : « lô mè faut-the piantâ chia buêna ? lô mè faut-the piantâ ch ta buêna ? »

Peu instruits, comme l’étaient alors les gens de la contrée et rendus par leurs libations plus audacieux que de raison, les Albeuviens répondirent assez irrévérencieusement en désignant la partie la moins... bornée de leur individu !...

Le buénou prit fort mal cette plaisanterie un peu grossière et, écumant de rage, il se précipita sur eux !

Les imprudents s’enfuirent à toutes jambes, les uns d’un côté, les autres de l’autre... Mais allez-vous sauver d’un buénou ! En quelques secondes, tous à la fois, ils furent battus, roués, roulés, foulés, déchirés, traînés par les cheveux et secoués si horriblement qu’ils faillirent en perdre la vie.

Le plus triste et le plus humiliant de l’histoire fut que leurs combourgeois, les Albeuviens, ne voulurent point ajouter foi au récit de leur mésaventure, prétextant que les Enneysans avaient profité de leur ivresse pour leur donner une roulée comme on en savait donner dans le bon vieux temps.

Un des six jeunes gens, le Villarsoumontain poli, fin, prudent et rusé comme le sont les bourgeois de son village, de tout temps philosophes, n’avait rien dit de malséant au colérique buénou ; aussi ne fut-il point inquiété.

Comprenant le grand danger que couraient ses compagnons (et peut- être lui-même) il eut la présence d’esprit de faire à la hâte un grand signe de croix, ce qui rappela le buénou à la raison.

Celui-ci, — qui était, paraît-il, un buénou damné, — dut laisser choir sa borne qui se planta au milieu du chemin. Et il disparut dans une traînée de feu pour ne plus revenir onques mé.

L’endroit où il laissa tomber sa borne s’appelle aujourd’hui : « La Buêna ».

Ce soir-là, c’était la veille de Toutes-âmes. Une pluie glacée, mêlée de neige, tombait lugubrement sur la terre, tandis qu’un vent impétueux poussait çà et là, de la montagne à la plaine, et de la plaine à la montagne, les feuilles mortes dans lesquelles souvent font pénitence les âmes des pauvres défunts.

Il faisait mauvais temps et bien froid. Là-haut, cependant, près de la grande haie, entre Les- soc et le Buth, un buénou courait et pleurait comme, ans auparavant, il pleurait déjà.

Le bon vieux Jean de Niclement, pris de pitié et voulant assurer son salut partit, son chapelet à la main et de l’eau bénite dans la poche de son bredzon. Il s’en alla courageusement vers le buénou désolée, le rencontra et, se découvrant respetueusement, lui dit :

‏« Au nom de Jésus-Christ, notre Sauveur et de sa Béate Mère Marie, si tu es âme bénédette qui souffre, arrête-toi et dis-moi ce qui te manque.

— Le feras-tu ?

— Oui, je le ferai.

— Demain matin, dès que le coq aura chanté, prends ton bâton et ta tâtze , va te confesser au prieuré de Broc ; communie à mon intention et prie longtemps pour moi ; quelques-uns de mes os desséchés sont encore là dans l’ossuaire, répands de l’eau bénite sur eux, je souffrirai moins.»

Le buénou disparut et le vieux Jean rentra chez lui.

Le lendemain matin, au chant du coq, le vieillard partait pour Broc avec les pieux paroissiens de Lessoc. Selon l’habitude, le long du chemin ils récitaient à haute voix le chapelet pour le repos des bénédettes âmes.

Jean se confessa, communia, pria longtemps près du charnier pour le buénou du Clos à Gobalet et répandit de l’eau bénite sur les os des morts...

C’était, ce soir-là, la veille de l’Annonciation. La nuit était sombre, il pleuvait, la neige fondait, l’eau tombait des toits par ruisseaux et le vent faisait rage dans les branches des arbres dépouillés.

Jean rentrait à la maison après avoir soigné son bétail à la grange de la Boilletta, proche de la jolie chapelle de N. D. des Neiges. Selon l’usage des bons vieux, il cheminait en priant pour les morts.

A son grand étonnement, il entendit des gémissements au haut du Clos ; il lui semblait qu’une voix larmoyante l’appelait par son nom. Il regarda et vit le buénou qui courait le long de la haie.

Laissant sur place, boille, baquet et lanterne, il courut à l’apparition et, se découvrant respectueusement, lui dit :

« Au nom de Jésus-Christ, notre Sauveur et de sa Béate Mère Marie, si tu es âme bénédette, arrête-toi et dis-moi ce qui te manque. N’es-tu pas encore en paradis ?

— Non.

— Espères-tu bientôt y entrer ?

— Cela dépend de toi.

— Que dois-je faire ?

— Le feras-tu ?

— Oui, je le ferai.

— Demain matin, dès que le coq aura chanté, prends ton bâton et ta tâtze, va te confesser au prieuré de Broc, communie à mon intention, prie longtemps pour moi près du charnier ; quelques-uns de mes os desséchés sont encore là ! répands de l’eau bénite sur eux, je souffrirai moins, puis... prie aussi longtemps pour toi. »

Le lendemain matin, au chant du coq, le vieillard partait pour Broc avec les pieux paroissiens de Lessoc. Tous, selon l’habitude, s’en allaient le long du chemin récitant le chapelet à haute voix pour le repos des bénédettes âmes.

Il se confessa, communia, pria longtemps près du charnier pour le buénou du Clos à Gobalet et répandit de l’eau bénite sur les os des morts.

Plus longtemps encore, il pria pour lui-même.

C’était ce soir-là, le jeudi de la Grande-semaine. Le printemps renaissait, les perce-neiges s’ouvraient, quelques primevères ornaient déjà les prairies et les oisillons voltigeaient de branche en branche dans les haies, cherchant un rameau hospitalier pour y suspendre un nid.

Après plusieurs journées de labeur consacrées à nettoyer le pâturage de Montmahô, à réparer les haies et à mettre le chalet en état pour la prochaine poya, le vieux Jean qui rentrait à la maison, suivait le sentier de la fin de Niclement. Il priait pour les morts.

A sa grande surprise, il entendit derrière lui, au haut du Clos à Gobalet, une voix larmoyante qui l’appelait par son nom.

Il accourut, trouva le buénou qui pleurait le long de la grande haie. Se découvrant respectueusement, il lui dit :

« Au nom de Jésus-Christ, notre Sauveur et de sa Béate Mère Marie, si tu es âme bénédette, cesse enfin de te lamenter et de me faire courir. Dis- moi ce qui te manque. N’es-tu pas encore en paradis ?

-— Non.

-— Espères-tu bientôt y entrer ?

-— Jean, cela dépend de toi.

-— Que faut-il faire ?

-— Jean, toi, l’arrière-petit-fils de mon petit-fils, le feras-tu ?

-— Oui, je le ferai.

-— Tu le jures sur la croix du Sauveur ?

-— Je le jure.

-— Jean, mon fils, écoute : Le champ que tu possèdes ici et que je possédais il y a deux cent vingt ans ne t’appartient pas en entier. Le champ de mon voisin et parent Wuély formait une enclave dans le mien et le bordait par une haute haie de noisetiers, deux choses qui me déplaisaient fort. Je voulus acheter cette enclave. Il refusa. Je demandai qu’il arrachât au moins la haie qui me nuisait. Sa femme, Mariette, originaire d’Albeuve, au delà de la Sarine, non seulement s’y refusa, mais, pour me narguer, me braver et m’exciter, me déclara que l’année suivante on ensemencerait cette enclave en entier et que, si bête y passait, elle irait parler au Comte. Elle était femme de poigne et l’aurait fait.

J’enrageais si fort que je ne dormais plus. Une idée diabolique m’obsédait et je fus assez criminel pour la mettre à exécution.

Un soir, ayant creusé une excavation dans le champ de Wuély, j’y enfonçai une borne avec ses témoins ; son sommet n’était que de quelques pouces au-dessous du niveau du champ. Je ramenai soigneusement le gazon que j’avais tassé. J’y semai quelques poignées de poudre d’os et, satisfait de ma triste besogne, j’allai me reposer.

Cette borne continuait la ligne de mon champ et supprimait l’enclave de Wuély.

Sept jours après mon travail, il eût été impossible d’en apercevoir la moindre trace.

L’automne et l’hiver passèrent, le printemps revint et je vis avec plaisir que la Mariette faisait conduire force fumier dans l’enclave.

Le jour où Wuély et ses ouvriers retournaient la terre, moi, j’arrachais, avec deux ouvriers, la partie de la haie sise sur mon terrain. J’étais tout yeux et tout oreilles.

Il y avait trois heures qu’ils travaillaient et que j’observais quand j’entendis un des ouvriers de mon voisin s’écrier : « Mais... C’est une borne !...» Un autre de s’approcher et de confirmer le dire du premier. Wuély de se gratter la tête.

Mes ouvriers accoururent. On arracha la pierre. Wuély la tourna et la retourna. On fouilla le creux. On trouva les témoins. On les examina longtemps, longtemps. Wuély était blême. Je franchis la haie à mon tour, feignant l’étonnement. Je gourmandai même mes ouvriers de ce qu’ils perdaient leur temps et m’informai hypocritement de ce dont il s’agissait.

Wuély eut la candeur de me l’expliquer. Je lui répliquai que mon père affirmait déjà qu’en suite de négligence son champ faisait une enclave dans le nôtre. Une aussi vieille borne enfouie sous terre le prouvait bien.

Tout le monde fut convaincu par l’évidence.

Wuély se dressant alors fièrement devant moi, me dit: «Jean-Pierre, je pourrais t’opposer la possession et la propriété de mémoire d’homme ; mais puisque j’ai découvert cette borne et que ton père, le plus honnête des hommes, affirmait que l’enclave formée par mon champ devait être votre propriété, je te l’abandonne. »

Il partit à l’instant avec ses gens.

A l’instant aussi, je sentis un poids énorme me peser sur la conscience. J’eus cependant l’audace de prendre possession et de jouir de cette terre. Il est vrai que maintes et maintes fois, j’offris à Wuély une somme fort rondelette à titre d’arrangement. Mais j’étais puni par où j’avais péché ; sa réponse invariable fut : « Puisque cette enclave est ta propriété, garde-la. Je ne sais que faire de ton argent, je n’y ai point droit, garde-le ».

Ma conscience me bourrelait. Toutes les fois que je voyais Wuély — tous les jours, puisque nos maisons étaient attenantes — une voix impérieuse me criait : « Avoue ton crime et rends-lui son champ. » L’injuste jouissance de ce misérable lopin de terre empoisonna les dernières années de ma vie.

Enfin, n’y tenant plus, je partis un matin pour le Prieuré.

Ce fut long et pénible, mais Dom Colin fut inflexible. Il me fit promettre d’aller trouver Wuély et de lui dire : « Puisque de mémoire d’homme cette enclave a appartenu à ta famille, mon confesseur m’a dit que je ne pouvais pas la garder. Si tu acceptes sa contre-valeur la chose est arrangée, sinon, reprends-la immédiatement et je te paye même cinq écus pour en avoir joui. Tu n’as pas voulu d’une terre qui m’aurait appartenu ; je ne veux pas d’une terre qui t’appartient, reprends-la. »

Je repartis heureux. J’étais soulagé d’un immense poids. Je connaissais la bonté de Wuély. La paix allait régner dans ma conscience.

Hélas ! la mort implacable me frappa avant mon retour.

Depuis lors, je cours le long des haies, demandant qu’on replace les bornes comme elles doivent l’être en justice. Mais mes fils, mes petits-fils, mes arrière-petits-fils sèment et récoltent, rient et chantent sur le champ qui porte mon nom de Gobalet, sans s’inquiéter de celui qui brûle et gémit le long de cette haie. Jamais une prière, jamais une messe pour moi ! C’est jugé... Je n’entrerai pas en paradis avant que cette malheureuse borne soit enlevée et que cette enclave que tu possèdes ait fait retour à ses légitimes propriétaires.

Le feras-tu ?

— Je le ferai.

— Demain est le grand jour du salut, le grand jour du pardon. Dès le chant du coq va chez ton voisin. Dis-lui que tu lui donnes la moitié du champ à Gobalet pour délivrer le buénou qui court le long de la haie pleurant et gémissant... Je t’en supplie, Jean, fais-le ! »

Et le buénou disparut...

Le lendemain, le soleil dorait à peine la Dent de Vérolien et le Moléson que quatre hommes étaient sur le champ à Gobalet. Malgré la vive opposition de son voisin Piéro — qui ne voulait en aucune façon croire à l’histoire du buénou — le vieux Jean partageait son champ en deux, plaçait de nouvelles bornes en présence de deux témoins et donnait la moitié du terrain à son voisin Piéro.

Agenouillé à terre, il tassait de ses mains le gazon de la quatrième et dernière borne, près du sentier, quand les quatre hommes entendirent une voix joyeuse chanter derrière eux : « Gloria Patri... Jean, viens avec moi... > Us se retournèrent... Personne...

Le vieux Jean poussa un profond soupir... Ses compagnons le regardèrent :

Toujours agenouillé, mais les mains jointes,... il était mort.

Le buénou délivré l’avait enlevé avec lui en paradis.

Aus: Marie-Alexandre Bovet, Légendes de la Gruyère, Lausanne, o. J. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch

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