Dr Schmutzli - Legende

Dr Schmutzli

Land: Schweiz
Region:
Kategorie: Legende

S'isch einisch es böses Chind gsi, das het der Mueter nie Welle folge. Keis Warne het battet und keis Strofe, bis d'Mueter emol gseit het, wenn's jetz nid besser! mit dem Setzchopf , so gäb si's bim Tünel z'nächsti Wiehnachte dem Schmutzli, dä wärd em de scho der Meister zeige.

Güet; d'Wiehnecht isch cho, do seit si heimligerwis dem Chnächt : „Los. Hans, mach du jetz der Schmutzli und gang use vor's Fenster, und wen i der de s'Chind use reiche, so nimm mer's ab und schmelz es und gib em e Denkzedel, das es der Schmutzli siner Lebtig nümme vergißt und mer einisch wüße, ab das wüest Chind nid einisch well brav werde.“

„Nume gredt!“ seit der Hans und goht starregangs i d'Chuchi, wil er no gschwind het welle si Wissen azünde. Unterdesse het aber d'Mueter das Chind scho gno und zum Fenster use gstreckt und rüeft: „Bist do, Schmutzli?"

„Jo!" macht's dusse; d'Mueter lot ihres Chind los, und wo der Chnecht mit der brönnige Pfiiffe voruse chunnt, so isch das Chind furt gsi und kei Mönsch uf der Welt het meh chönne säge wer's gholt het.

 

Quelle: Sutermeister, Otto: Kinder- und Hausmärchen aus der Schweiz

Versch. Orte und Aargau. (Mundartlich nach Lütolf Sagen S. 38; und nach Bircher: Das Frick- tllal in seinen sagenhaften Erinnerungen , Nr. 27.)

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch.