Ross als Glutofen - Sage

Ross als Glutofen

Land: Schweiz
Region:
Kategorie: Sage

Im Schwaderloch, nahe beim sogenannten Sennhof im Frickthal, liegt ein Graben, an welchem es spukt. Als vor einem Jahrzehent der Sennbauer ausdreschen sollte und sich dazu die Drescher im Thale bestellt hatte, kam er sehr spät Nachts auf dem Heimwege an diesem Graben vorbei. Hier traf er ein Ross, das ihm wiederholt vor die Beine kugelte, aber alsbald verschwunden war, da er zu fluchen anfieng. Als er nun Nachts eine Weile geschlafen hatte, klopfte man ihm aussen am Fenster. In der Meinung, die gedungenen Drescher seien angekommen, stand er auf, sowie er aber die Kammerthüre öffnete, stand ein Glutofen an der Zimmerschwelle, so dass der Bauer darüber stürzte und sich die Beine verbrannte. Als darauf die Drescher anlangten, hörten sie etwas im Salzkasten rollen; daraus schloss man, dass man des Mannes verbrannte Schenkel mit Salzwasser benetzen müsse, und diese heilten. (A. Birrcher in Laufenburg.)

Band 1, Quelle: Ernst L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 1 Aarau, 1856, Seite 195

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch