Tod der sieben Zwerge - Sage

Tod der sieben Zwerge

Land: Schweiz
Region:
Kategorie: Sage

Auf einer der Hochebenen zwischen Brugg und Waldshut am Schwarzwalde wohnten sieben Zwerge zusammen in einem kleinen Häuschen. Da kam einmal spät Abends ein junges nettes Bauernmädchen verirrt und hungrig des Weges und bat um ein Nachtlager. Die Zwerge hatten nur sieben Betten, dennoch stritten sie sich, denn Jeder wollte dem Mädchen sein Bett abtreten; endlich nahm sie der Aelteste von ihnen zu sich in seines, kaum aber gieng's ans Einschlafen, so kam noch eine Bauernfrau vors Häuschen, klopfte und begehrte Einlass.

Das Mädchen stand gleich auf und sagte ihr, wie die sieben Zwerge hier selber nur sieben Betten und sonst keinen Platz mehr für Jemand übrig hätten. Darüber wurde die Frau sehr zornig und schalt in ihrem Argwohn das Mädchen, in welcher sie die Beihälterin von sieben Männern vermuthete, ein Lumpenmaitschi. Unter Drohungen, dass man einer solchen schlechten Wirtschaft bald ein Ende gemacht haben werde, gieng sie grimmig davon; noch in derselben Nacht aber erschien sie mit zwei Männern, die sie vom Rheinufer her geholt hatte, und diese brachen sogleich ins Haus ein, und erschlugen die Zwerge. Man verscharrte die Leichen draussen in dem Gärtchen und verbrannte das Haus. Das Mädchen war darüber den Leuten aus den Augen gekommen.

Band 1, Quelle: Ernst L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 1 Aarau, 1856, Seite 312

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch