Die Sage vom Kindsmörder auf dem Söli

Land: Schweiz
Kategorie: Sage

Auf dem Söli war früher eine Alp. Vor mehr als hundert Jahren alpte dort oben ein Senn mit seinem Knaben. Der Senn war ein rauher, jähzorniger Mensch. Während der Vater in der Sennhütte butterte und zigerte, hütete der Knabe das Vieh an den steilen Halden. Eines Tages schlief der Knabe während des Hütens ein. In dieser Zeit stürzten zwei Rinder über eine Felswand in die Tiefe. Als der Knabe entdeckte, was geschehen war, geriet er in eine grosse Furcht vor dem Jähzorn seines Vaters. Schliesslich musste er aber dem Vater den Verlust bekennen. Der Senn, der gerade daran war, den Ziger aus dem Sennkessi in die Gebsen zu schöpfen, geriet darob in einen solchen Zorn, dass er seinen Knaben kurzerhand packte und ihn in die heisse Schotte warf. Als der Knabe längere Zeit nicht auftauchte, zog ihn der Senn heraus. Der Knabe lebte nicht mehr. Vergeblich versuchte der Vater, den Knaben zum Leben zurückzurufen. Um seine Untat zu verbergen, trug er den Ermordeten auf den Berg und warf ihn auf der Wägitaler Seite über die Felsen. Damit wollte er einen Unfall vortäuschen. Der Senn starb bald darauf, und seine Untat wurde auch bekannt. Seither muss der Senn auf dem Soli als Arme Seele «wandeln». Im Wägital hört man heutzutage noch «Buobo, Buobo» rufen, bevor das Wetter umschlägt.

 

Quelle: K. Freuler, H. Thürer, Glarner Sagen, Glarus 1953
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch

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